Übersicht:
- Die Räuber (1781)
- Kabale und Liebe - Ein bürgerliches Trauerspiel (1783)
- Die Verschwörung des Fiesco zu Genua - ein Republikanisches Trauerspiel (1783)
- Ode "An die Freude" (1785)
- Verbrecher aus Infamie, eine wahre Geschichte (1786)
- Don Carlos (1787)
- Über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795)
- Xenien (1797)
- Wallenstein (1799)
- Maria Stuart (1800)
- Die Jungfrau von Orleans (1801)
- Die Braut von Messina (1803)
- Wilhelm Tell (1804)
- Schillers Gedichte
Die Räuber (1781)
Friedrich Schillers 1781 anonym im Selbstverlag erschienenes und 1782 am Mannheimer Nationaltheater mit großem Erfolg uraufgeführtes erstes Drama Die Räuber begründete seinen Ruhm als Theaterautor. Mit seinem Schauspiel um den alten Grafen Maximilian von Moor und seine gegensätzlichen Söhne Franz und Karl ist Schiller eine kühne Verknüpfung von Seelendrama, Familientragödie und politischem Melodram gelungen. Das Sturm-und-Drang-Stück fasziniert durch seine rasante Handlung, häufige Ort- und Handlungswechsel, zahlreiche Haupt- und Nebenpersonen und eine leidenschaftliche, bis zur Unnatürlichkeit offenen - teilweise auch vulgären - Sprache.
Kabale und Liebe - Ein bürgerliches Trauerspiel (1783)
Das 1784 erschienene und uraufgeführte Drama Kabale und Liebe (ursprünglich unter dem Titel Luise Millerin geplant) von Friedrich Schiller beschließt, in Anlehnung an Gotthold Ephraim Lessings Emilia Galotti, die Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels im 18. Jahrhundert - eine literarische Form, die mit der klassizistischen Auffassung und Tragödie bricht und Probleme des häuslich-privaten Bereichs und den Konflikt der Stände zum Gegenstand der tragischen Handlung macht. In sehr direkter Weise wird in Schillers Kabale und Liebe mit seinem auf Spannung angelegten klaren Aufbau Kritik an den politischen Zuständen in der Fürstentümern geübt: Willkür, Mätressenwirtschaft, Verkauf von Landeskindern. Das bürgerliche Trauerspiel kontrastiert die verrottete Moral des Hofes mit der Tugend des Bürgertums. Im Mittelpunkt des Sturm-und-Drang-Stücks steht die tragische Liebesbeziehung zwischen Angehörigen verschiedener Stände: zwischen dem Adligen Ferdinand und der Musikertochter Luise Miller. Kabale und Liebe eroberte rasch die Bühne und gehört zu den großen Klassikern des deutschen Dramas.
Die Verschwörung des Fiesco zu Genua - ein Republikanisches Trauerspiel (1783)
Das im Jahr 1783 und in veränderter Form 1784 uraufgeführte "Republikanische Trauerspiel" Die Verschwörung des Fiesco zu Genua ist Friedrich Schillers erstes historisches Drama. Den gleichen Erfolg wie seine anderen Jugenddramen Die Räuber und Kabale und Liebe hatte es jedoch, trotz mehrer Umarbeitungen, nicht. Das Drama über den Verschwörer Fiesco - in ihm kreuzen sich Machtstreben, Ehrgeiz und Freiheitswillen - in der Stadtrepublik Genua des 16. Jahrhunderts leidet an der komplizierten, teils unlogischen Handlungsführung. Liebe und Gewalt, Intrigen und Verstellungen, hohe und niedrige Gesinnungen jagen sich regelrecht in diesem grandiosen Bühnenspektakel.
Ode "An die Freude" (1785)
Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligthum.
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng getheilt;
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.
So die erste Strophe der Ode "An die Freude". In einem Brief an seinen Freund Christian Gottfried Körner, auf dessen Bitte hin diese entstand, schreibt Schiller am 21. Oktober 1800: "Deine Neigung zu diesem Gedicht mag sich auf die Epoche seiner Entstehung gründen: aber dies gibt ihm auch den einzigen Wert, den es hat, und auch nur für uns und nicht für die Welt, noch für die Dichtkunst." (Quelle: www.wikipedia.de)
Verbrecher aus Infamie, eine wahre Geschichte (1786)
In der von Friedrich Schiller herausgegebenen Zeitschrift "Rheinische Thalia" erschien 1786 anonym eine Erzählung unter diesem Titel. Der Autor war Schiller selbst. Er war da schon längst kein Unbekannter mehr, zog es aber vor, sich als Verfasser nicht zu erkennen zu geben. Die "wahre Geschichte", 1792 mit dem Titel "Der Verbrecher aus verlorener Ehre" geringfügig verändert in die Ausgabe "Kleinerer prosaischer Schriften" aufgenommen, greift die Geschichte des württembergischen Räubers Johann Friedrich Schwan (1729-60) mit dem Beinamen "Sonnenwirt" auf. Wegen einiger Bagatellvergehen über die Maßen streng bestraft, hatte jener starke Hass- und Rachgefühle gegen die Obrigkeit entwickelt und als Anführer einer Räuberband ungehemmt ausgelebt.
Don Carlos (1787)
Friedrich Schillers "dramatisches Gedicht" Don Karlos, Infant von Spanien hat eine ungewöhnliche lange Entstehungszeit und eine komplizierte Entstehungsgeschichte. Die ersten Entwürfe stammen aus dem Jahr 1783, die letzten Änderungen reichen bis ins Jahr 1805. Erstmals publiziert und uraufgeführt wurde das Drama in Blankversen im Jahr 1787 - in Schillers Werk markiert es den Übergang vom Sturm-und-Drang-Drama zur Klassik. Vertrauen und Verrat sind die Leitmotive dieses höfischen Intrigenstücks, das Schiller zu einem politischen Kriminalfall gestaltet hat. Die Freundschaft zwischen dem Kronprinzen Don Karlos und dem Malteserritter Marquis Posa und ihre Sehnsucht nach politischer und persönlicher Freiheit im Weltreich Spanien Mitte des 16. Jahrhunderts scheitern an den Machtgelüsten ihrer Gegner, die selbst nur Marionetten einer allmächtigen Inquisition sind.
Über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795)
Schillers wissenschaftliche und essayistische Prosa konzentriert sich im Wesentlichen auf zwei Bereiche, Geschichte und Ästhetik bzw. Philosophie. Sie hat, wie die dramatische Produktion, das Ziel, den Menschen den Weg vor Augen zu stellen, der entgegen allen Widerständen und Hindernissen zur Selbstverwirklichung führt. Das gilt für seine Darstellung der Geschichtsprozesse - der Individual- und der Menschheitsgeschichte - wie für seine ästhetischen Schriften, in denen sich Schiller, zum Teil mit kritischem Bezug auf Kant, mit den Begriffen des Schönen und des Erhabenen auseinandersetzt und dabei ein großes kultur- und geschichtsphilosophisches Konzept der "ästhetischen Erziehung des Menschen" entwickelt.
Xenien (1797)
Koffers führen wir nicht. Wir führen
nicht mehr, als zwei Taschen
Tragen, und die, wie bekannt,
sind bei Poeten nicht schwer.
Mit Goethe zusammen entstanden die Xenien, Epigramme wie diese, mit denen sich die beiden satirisch mit dem Literaturbetrieb auseinandersetzten.
Wallenstein (1799)
Wallensteins Lager, Die Piccolomini und Wallensteins Tod sind die drei Teile von Friedrich Schillers 1798/99 uraufgeführtem und im Jahr 1800 erschienenem monumentalen Versdrama Walleinstein. Angeregt durch historische Studien, die in sein Werk "Geschichte des Dreißigjährigen Krieges" (1790-1792) mündeten, behandelt Schiller die letzten drei Lebenstage von Wallenstein, dem Herzog von Friedland, der ebenso schicksalhaft wie selbstverschuldet untergeht. Die Trilogie gilt als Inbegriff des klassischen Historiendramas, in dem Schillers klassische Dramenästhetik verwirklicht ist. Bis in die Sprachstile und die Verse hinein ist das Werk ausdifferenziert: Während der klassische Dramenvers, der Blankvers den 'hohen Herren' vorbehalten ist, wird von den Soldaten in Wallensteins Lager in Knittelversen gesprochen.
Maria Stuart (1800)
Friedrich Schillers im Jahr 1800 uraufgeführtes und 1801 publiziertes Trauerspiel in fünf Akten Maria Stuart gilt aufgrund seines vollendeten Aufbaus als Musterbeispiel des klassischen deutschen Dramas. Das Werk spielt in England im Jahr 1587. Schiller spitzt den Konflikt zwischen zwei großen, gegensätzlichen Frauen zu: Königin Elisabeth I. von England und ihre Rivalin um den Thron, die schottische Königin Maria Stuart. Anstatt sich allzu streng an die historischen Fakten zu halten, fügt er zusätzliche Figuren (etwa Mortimer) und Begebenheiten hinzu; damit verleiht er der an drei Tagen stattfindenden Handlung mehr Leben und Spannung, etwa durch die Begegnung der beiden Königinnen im dritten Akt, dem Höhepunkt von Schillers erfolgreichem Drama.
Die Jungfrau von Orleans (1801)
Mit seinem 1801 erschienenen und uraufgeführten Drama Die Jungfrau von Orleans hatte Friedrich Schiller zu seinen Lebzeiten großen Erfolg. Die Geschichte des lothringischen Bauernmädchens Johanna von Orleans, das - unter Berufung auf göttliche Eingebung - die französischen Truppen von Sieg zu Sieg führte, dann in die Hände der Engländer fiel und 1431 als Hexe verbrannt wurde, rückt Schiller aus den Grenzen des bloßen Geschichtsdramas heraus - Johanna wird bei Schiller nicht auf dem Scheiterhaufen verbrannt, sondern erlebt die Apotheose auf dem Schlachtfeld.
Formal nimmt diese "romantische Tragödie" eine Sonderstellung in Schillers Werk ein: die dramatische Entwicklung wird durch lyrische Passagen unterbrochen, die Versformen sind ungewöhnlich vielfältig und reichen vom Blankvers über die feierliche Form der Stanze bis hin zum jambischen Trimeter, dem Dramenvers der antiken Tragödie.
Die Braut von Messina (1803)
Friedrich Schillers vorletztes vollendetes Drama Die Braut von Messina oder Die feindlichen Brüder (Uraufführung 1803), erzählt eine frei erfundene Handlung um eine fluchbeladene Familie, deren Schicksal sich unwiderruflich erfüllt. Durch den Einsatz von musikalisch unterstützten Chören, die die Handlung kommentieren und auch aktiv in sie eingreifen bekommt das in Versen verfasste "Trauerspiel" die Struktur einer antiken Tragödie - in der Vorrede "Über den Gebrauch des Chors in der Tragödie" erläutert Schiller seine Absicht, die "moderne gemeine Welt in die alte poetische" zu verwandeln. Die Geschichte ist eine antikisch anmutende, ins mittelalterliche Messina gelegte dramatische Begebenheit: Don Cesar und Don Manuel lieben ihre Schwester Beatrice, deren wahre Identität ihnen unbekannt ist. Sie geraten in eine heftige Auseinandersetzung, die mit der Ermordung Don Manuels durch Don Cesar und dessen Selbsttötung endet.
Wilhelm Tell (1804)
Das 1804 erschienene und in Weimar - unter der Regie von Johann Wolfgang Goethe - uraufgeführte Blankvers-Drama Wilhelm Tell war Friedrich Schillers letztes und lange Zeit erfolgreichstes Stück. Das Geschichtsdrama spielt um 1300 in der Schweiz und behandelt den Freiheitskampf der Urkantone. Der überzeugte Einzelkämpfer Wilhelm Tell wird - wider Willen, aber im eigenen Interesse - zum Tyrannenmörder, Volkshelden und Mitbegründer einer freien Gesellschaftsordnung. Als National- oder Freiheitsdrama erlebte Schillers Wilhelm Tell eine bewegte Aufführungsgeschichte bis zum Verbot durch die Nationalsozialisten im Jahr 1941.
Schillers Gedichte
An die Muse.
Was ich ohne dich wäre, ich weiß es nicht - aber mir
grauet,
Seh ich, was ohne dich Hundert' und Tausende
sind.
Eine Übersicht über sämtliche Werke Friedrich Schillers liefert das » Projekt Gutenberg-DE.
Quelle: www.reclam.de (soweit nicht anders angegeben)
